Digitalisierung in der Logistik: Beispiele aus dem KMU-Alltag
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Kurz gesagt: In der Logistik entscheidet oft der Scan, ob ein Prozess digital läuft. Drei Beispiele aus Schweizer KMU zeigen, was sich damit im Wareneingang, bei der Chargenrückverfolgung und beim Verladen ändert.
Wareneingang: Wer scannt, bucht auf die richtige Bestellung
In einem Produktionsbetrieb lagen die Bestellungen ausgedruckt im Ordner. Kam ein Lieferant, suchte jemand nach Lieferantennummer, Fremdbelegnummer oder Bestellnummer. Vorgesehen ist jetzt eine engomo-App, die den Barcode der Bestellnummer vom Lieferschein liest. Fehlt der Barcode, hilft eine Suche über Bestellung und Artikel.
Wareneingang mit Barcode
- Lieferscheinmit der Bestellnummer als Barcode
- Scan am Handgerätdie App findet die Bestellung
- Erwartete Positioneninklusive rückständiger Lieferungen
- Buchung im ERPdirekt aus der App
Chargenrückverfolgung: Eine Anlieferung, eine Charge
Bei einem Verpflegungsbetrieb legt das ERP im Standard pro Wareneingangsposition eine eigene Charge an. Derselbe Joghurt in Kessel, Beutel und Becher ergibt drei Positionen und damit drei Chargen, obwohl es eine Lieferung war. Das erschwert die Rückverfolgung, und die Qualitätsdaten wie Temperatur, Bild, Herkunftsland und Labels müssen mehrfach erfasst werden.
Chargenbildung im Vergleich
ERP-Standard
Konzept
Eine neue Charge entsteht nur, wenn sich eines dieser Merkmale ändert:
- Artikel
- Mindesthaltbarkeitsdatum
- Herkunftsland
- Label
- Lieferant
- höchstens pro Anliefertag
Der Grund für die Tagesgrenze ist die Kühlkette. Fällt bei einem Fahrzeug die Kühlung aus und taut Tiefkühlware an, muss sich genau diese Lieferung sperren lassen. Dafür kehrt sich der Ablauf um: Die App erfasst zuerst Artikel, Datum, Herkunft und Label, prüft, ob für diese Kombination am Tag schon eine Charge existiert, und übergibt sie dem Wareneingang. Das ERP legt dann keine eigene an.
Kommissionieren und Verladen: Ampel statt Rückfrage
Ein Schweizer Handelsunternehmen arbeitet im Lager mit einer Handgeräte-App, die gegen das ERP bucht. Jede Ladeeinheit trägt eine SSCC, die Nummer, die sie vom Wareneingang bis zur Auslieferung eindeutig macht. Für die Sendungsbereitstellung scannt das Lager jede Ladeeinheit, und die App prüft sie gegen den Lieferauftrag.
Sendungsbereitstellung per Scan
Ladeeinheit scannenPrüfung der SSCC gegen den Lieferauftrag
- Grün: bereitstellbarDer Scan bucht direkt «Bereitgestellt am», ohne Sammelknopf.
- Gelb oder Rot: Grund wird angezeigt
- Lieferschein fehlt
- offener Lagerauftrag
- Kommission läuft noch
- falsche Spedition
- storniert
- unbekannter Code
Beim Verladen geht es weiter mit vier Schritten. Erst nach der Freigabe durch den Warenausgang unterschreibt der Fahrer.
Verladen mit Vier-Augen-Prinzip
- Paletten scannendas Fahrpersonal scannt jede Palette
- Stichprobeder Warenausgang kontrolliert
- Freigabedurch den Warenausgang
- Unterschriftauf dem Tablet, abgelegt am Sendungsbeleg im ERP
Womit Sie anfangen
Fangen Sie bei dem Schritt an, der heute am meisten Zeit frisst. Häufige Kandidaten sind eine Bestellung, die im Ordner gesucht wird, eine Charge, die im Ernstfall mühsam zusammengesucht werden muss, oder eine Sendung, die erst am Rampentor auffällt, weil ein Papier fehlt.
Wie Sie die Reihenfolge festlegen, beschreibt der Leitfaden zur Digitalisierungsstrategie für KMU. Wie sich der Nutzen messen lässt, steht im Beitrag zu den Vorteilen der Digitalisierung.
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