Low-Code-Apps als digitale Erweiterung von ERP-Systemen
In vielen Unternehmen werden Logistik- und Produktionsprozesse noch teilweise analog oder mit papierbasierten Abläufen abgewickelt. Gleichzeitig ist das zentrale ERP-System oft bewusst stark standardisiert, um Stabilität, Wartbarkeit und Upgradefähigkeit sicherzustellen. Genau hier können Low-Code-Apps eine wichtige Rolle spielen. Sie werden in der Peripherie der ERP-Prozesse eingesetzt und ermöglichen eine schnelle Digitalisierung operativer Abläufe, ohne das Kernsystem umfangreich anzupassen. Low-Code-Plattformen erlauben es, spezifische Prozessschritte – beispielsweise im Wareneingang, in der Qualitätskontrolle, im Lager oder bei der Materialbereitstellung – über mobile Anwendungen direkt am Ort des Geschehens abzubilden. Mitarbeitende können Informationen erfassen, Materialien scannen, Mengen wiegen oder Prozessschritte bestätigen, während die Daten unmittelbar mit dem ERP-System synchronisiert werden. Dadurch entstehen durchgängige digitale Prozessketten, ohne dass komplexe ERP-Customizings notwendig sind. Ein weiterer Vorteil liegt in der hohen Umsetzungsgeschwindigkeit. Da Low-Code-Apps modular aufgebaut sind und mit bestehenden ERP-Daten arbeiten, lassen sich neue Funktionen iterativ entwickeln, testen und anpassen. Fachbereiche können stärker in die Gestaltung der Prozesse eingebunden werden, wodurch Lösungen entstehen, die näher an der operativen Realität liegen. Der Einsatz von Low-Code-Apps ergänzt somit das ERP-System sinnvoll: Das ERP bleibt das stabile System für Stammdaten, Planung und Transaktionen, während mobile Anwendungen die operative Prozessausführung digital unterstützen. Unternehmen profitieren dadurch von effizienteren Abläufen, höherer Prozesssicherheit und einer schnelleren Digitalisierung ihrer Logistik- und Produktionsprozesse – ohne die Komplexität des ERP-Kerns zu erhöhen.
